Buchtip

Okefenokee Swamp

Okefenokee National Wildlife Refuge

ist das größte zusammenhängende Sumpfgebiet im Süden der USA mit einer Ausdehnung von ca. 1600 km² , gelegen im Südosten Georgias an der Grenze zu Florida. Der Name kommt von den Indianischen Ureinwohnern und bedeutet soviel wie “Land der zitternden Erde”. Die “zitternde Erde” erklärt sich dadurch, dass der weiche Boden kräftig nachgibt, wenn man ihn betritt, was aber nur an wenigen Stellen in dem Gebiet überhaupt möglich ist.

Okefenokee Swamp

Das Labyrinth

aus engen Wasserkanälen, Moorflächen, schwimmenden Matten, Zypressensümpfen und Teichen erkundet man am besten mit dem Kanu. Ist schon recht gewöhnungsbedürftig als Landratte, dieses Gefährt. Wasserspiegel fast in Augenhöhe paddelt man los, erst etwas unsicher in dieser kleinen Nußschale, nach kurzer Zeit jedoch schon viel mutiger, die Paddelbewegungen werden koordinierter. Aber kaum hat man sich an schaukelnde Gefährt etwas gewöhnt, Panik! Ein Riesen-Alligator, sicher doppelt so lange wie das Kanu kommt dir gemächlich entgegen in dem schmalen Wasserkanal. Das Ungetüm stutzt erstmal, wer es wagt ihm den Weg zu versperren, setzt sich aber gleich wieder in Bewegung, sich seiner Größe voll bewußt.

I survived ....

Also, volle Kraft zurück, zum Glück nicht allzuweit bis zur nächsten Gabelung der Wasserwege, der Alligator folgt und biegt in den anderen Kanal ein. Blassen Gesichtes wird die Rudertätigkeit wieder aufgenommen und versucht, möglichst viel Abstand zu dem Reptil zu gewinnen. Gar nicht daran denken, was gewesen wäre, wenn der vor lauter Freude mit dem Schwanz gewedelt hätte.

Nachdem sich die Herzfrequenz wieder auf ein gesundes Maß reduziert hat, steht einem Naturerlebnis pur nichts mehr im Wege. Über 700 verschiedene Pflanzen- und 200 Vogelarten beheimatet das Gebiet und natürlich Amphibien und Reptilien wie Schildkröten, Frösche, Kröten, Eidechsen, Schlangen und, nun ja, Alligatoren, ca. 15- 20.000 sollen es sein.

Für all diejenigen, die es kategorisch ablehnen, ein so unsicheres Gefährt wie ein Kanu zu besteigen, empfiehlt sich eine kurze Wanderung über einen hölzernen Bordwalk, der in einem Rundweg durch das Sumpfgebiet führt. Sogar mit einem Aussichtsturm.

Gelbe Schlauchpflanze

Die nährstoffarmen und sauren Bedingungen im Sumpfgebiet bieten ideale Lebensräume für fleischfressende Pflanzen wie der “gelben Schlauchpflanze”, die größte ihrer Art. Sie kann bis zu einem Meter hoch werden, die Öffnung erreicht bis zu 12 cm im Durchmesser, die normale Größe schwankt jedoch zwischen 50 und 80 cm. Diese Pflanze bildet einen trichterförmigen Schlauch aus, der im unteren Bereich gefüllt ist mit einem Verdauungsenzym. Fliegen, Wespen, Schnaken und auch andere größere Insekten, angelockt durch den süßlichen Duft, den die Pflanze verströmt, setzen sich auf den glatten Rand des Trichters, rutschen ab und landen im Verdauungssaft der Pflanze. Fluchtversuche der so gefangenen Tierchen bleiben meist vergeblich, da die Pflanze noch dazu einen Deckel besitzt, der nach erfolgreicher Jagd geschlossen werden kann. Mahlzeit!