Buchtip

New York City

Als im Jahr 1626 der Holländer Peter Minuit

den Algonkins, einem Indianerstamm, der in losen Verbänden in diesem Gebiet umherzog die Insel Manhattan für ein paar Glasperlen, Äxten und Messer abkaufte war der Grundstein gelegt für eine der aufregendsten Metropolen der heutigen Zeit.

Freiheitsstatue

Die Anfänge der kleinen Siedlung an der Südspitze Manhattans, von den Holländern Neu-Amsterdam genannt, waren wohl recht turbulent: immer wieder Auseinandersetzungen mit den Indianern, Saufgelage und Messerstechereien sowie die ständige Bedrohung durch die Engländer, von deren Kolonie die Dorfgemeinschaft umgeben war.

Nach einigen korrupten Gouverneuren schaffte Peter Stuyvesant 1647 wieder Ordnung, indem er rigoros und nicht gerade zimperlich gegen Steuerhinterziehung, Schmuggler, Diebe und anderes Zwielichtes Gesindel vorging. Im Jahre 1664 tauschten die Holländer die Ansiedlung mit den Briten. Die Holländer übernahmen von den Engländern die Gewürzinseln, eine indonesische Inselgruppe zwischen Sulawesi und Neuguinea, die Engländer erhielten im Gegenzug Neu-Amsterdam und zu Ehren des Herzogs von York wurde die Siedlung in New York umgetauft.

Touristisch betrachtet

ist New York auf die Insel zwischen Hudson- und East River beschränkt. Die anderen vier Stadtteile, die Bronx im Norden, Queens östlich, Brooklyn südöstlich und Staten Island sind touristisch soweit nicht existent. Weiters auch nicht verwunderlich, da der meist nur drei- bis viertägige Aufenthalt in Manhattan eigentlich schon auf drei bis vier Wochen ausgedehnt werden müsste. Aber welcher normalsterbliche Tourist bringt schon soviel Zeit mit?

Empire State Building

Meist leidet der Neuankömmling unter Jetlag, die erst Nacht im Hotel ist kurz. Im Vorteil ist derjenige, der schon im Voraus ein Zimmer reserviert hat, denn merke: fast unmöglich, kurzfristig ohne Reservierung ein adäquates Zimmer in Manhattan zu bekommen. Und wenn man dann frühmorgens von den Sirenen der Polizei-, Rettungs- oder Feuerwehrautos, die durch den immerwährenden dumpfen Geräuschpegel der Stadt dringen, geweckt wird, kann es ja losgehen mit der Erkundung der Stadt. Aber erstmal ein “American Breakfast” mit Steak, Spiegelei (natürlich sunny side up), hashed browns und viel dünnem Kaffee. Ja, jetzt fühlt man sich wieder wie ein Mensch und schon kann’s losgehen zur ersten Erkundungstour durch die Häuserschluchten.

City Lights, Times Square

Start am Central Park, erstmal runter die Fifth Avenue vorbei am Trump Tower, bei Tiffany‘s und St. Patrick’s Cathedral zum Empire State Building. Einst mit 381 Metern und 102 Stockwerken das höchste Gebäude der Welt. Trotz langer Warteschlangen, Leibesvisitation und strengen Blicken der Securitys lohnt es allemal, sich ein Ticket zu beschaffen und aufwärts geht’s bis zum 86. Stockwerk, dann umsteigen und weiter zur Aussichtsplattform im 102 Stock. Der Ausblick der sich von hieraus bietet ist grandios und sicherlich der spektakulärste den New York für Touristen zu bieten hat. Das hat übrigens King Kong auch schon so gesehen.

Wieder unten angekommen wird’s auch gleich unterirdisch, Fahrt mit der Metro Richtung Downtown. Gerade mal zwei Token kostet der Spaß. An der Subway Station 23th Street wieder raus, vorbei am Flatiron Building dem ersten “Skyscraper” der Stadt (1902) Richtung Union Square.

Ticket MetroCard

Hier gesellen wir uns zu den Angestellten der umliegenden Bürogebäude, die hier ihre Mittagspause halten, so wie wir. Weiter geht’s nochmal mit der Metro bis zur Canal Street und plötzlich ist man mehr in Hongkong als in New York. Asiaten, die wie Ameisen durch die Straßen drängen, hupende Autos, schreiende Händler und sogar der Geruch der vielen Garküchen aber auch alle anderen zweifelhaften Gerüche des Orient sind autent. Von China Town ein Stück südlich bis zum East River und da ist sie, die Brücke, die in keinem Film der in NY spielt fehlen darf, die Brooklyn Bridge.

Jones Diner

1883 eingeweiht, die erste Hängebrücke der Welt komplett aus Stahl gebaut. Oben die Radfahrer, Skater und Fußgänger und unten die Yellow Cabs, die Taxis und die wenigen anderen Autos und Trucks. Toller Ausblick auf die Skyline von Downtown Manhattan. Wer hier noch nicht schlapp macht, kann sich noch im Financial District umsehen: die New York Stock Exchange, am Ende der Wall Street die Trinity Church mit interessanten Friedhof, Ground Zero, wo einstmals die Twin Towers des World Trade Centers standen. Außer einem großen Loch und mittlerweile großer Baustelle ist hier jedoch nicht viel zu sehen. Abends dann vielleicht noch pulsierendes Nightlife am Times Square mit seinen grellen Neon Lichtern?

Diese Nacht aber geschlafen wie ein Toter.

Am nächsten Tag dichtgedrängtes Programm. Mit der Metro runter zum Südzipfel Manhattans zum Battery Park, gleich Tickets besorgt für die Bootsfahrt mit der Circle-Line zur Freiheitsstatue, dem Symbol Amerikas.

Ticket Circle Line

Schon während der Bootsfahrt ist der Ausblick auf die Skyline, die immer kleiner wird, absolut traumhaft. Dann einmal die Statue of Liberty umrundet, hinauf darf man ja mittlerweile nicht mehr. Mit mehr als einer Million Besuchern pro Jahr ist das Geschenk der Franzosen an die Amerikaner eines der weltweit größten Touristenattraktionen. Nach einer halben Stunde Aufenthalt geht’s weiter zu Ellis Island, dem ehemaligen Immigrationszentrum in die USA. Etwa 17 Millionen Menschen wanderten von hier aus in die Staaten ein. Wem Geschichte des kleinen Eilands und Einzelschicksale interessieren möge das sehenswerte Museum auf der Insel besuchen.

Freiheitsstatue

Wieder zurück in Manhattan wartet am Nachmittag schon das nächste Highlight. Ein Helicopterflug entlang der Küste der Insel. Überflugsgenehmigung über die Insel gibt’s keine. Besondere Aufmerksamkeit widmete der Hubschrauberpilot dem Yankee Stadium. Daraus zu schließen war er wohl ein großer Baseball Fan.

Den nächsten Tag mal etwas ruhiger angehen und durch den Central Park spazieren, anschließend ein Besuch im nahegelegenen MoMa, dem Museum of Modern Art. Oder doch das Met, das Metropolitan Museum of Art? Diese zwei Museen allein wären schon eine Reise wert. Am Nachmittag dann etwas Shopping in der Fifth Avenue, so oft kommt man ja doch nicht hierher.

Die Zeit wird schon etwas knapp, morgen soll's doch weitergehen zu den Niagara Fällen, vorher muss auch noch das Mietfahrzeug abgeholt werden. Eigentlich bräuchte man doch drei bis vier Wochen Zeit für den Big Apple, aber welcher normalsterbliche Tourist bringt schon soviel Zeit mit?