Buchtip

Louisiana Bayous

Das Mississippi-Delta,

durchzogen von zahllosen Wasseradern, den Bayous, da wo Süßwasser auf Salzwasser trifft ist die Heimat der Cajuns.

Als der siebenjährige Krieg (1756–1763) zwischen Großbritannien und Preußen einerseits und Frankreich, Österreich und Russland andererseits auf die neue Welt übergriff und die Engländer die Oberhand im heutigen Neuschottland in Kanada gewannen, begannen diese das Land von französischen Einflüssen zu säubern.

Cajun Music

Betroffen davon waren die hier ansässigen französische Siedler, die “les Acadiens”, die auf kleinen Schiffen oder Wägen in den Süden deportiert wurden. Ihre Odysse dauerte beinahe 30 Jahre, ungenauen Schätzungen zufolge waren es zwischen 4000 und 11.000 Menschen. Eine neue Heimat fanden sie in dem Sumpfgebiet westlich des Mississippi zwischen New Orleans und Texas und nannten sich Cadiens, daraus wurde mit der Zeit Cajuns.

Weitgehendst abgeschieden durch die undurchdringlichen Sumpflandschaften des Mississippi-Deltas blieb die Sprache und Kultur der Cajuns über Jahrhunderte erhalten. Erste Ölfunde 1901 katapultierten Land und Leute allerdings ins zwanzigste Jahrhundert, was unabsehbare Folgen für die Cajuns, Natur und Wirtschaft hatte. Es wurden Straßen, Brücken und Pipelines gebaut, 1916 wurde Französisch in den Schulen verboten. Zwei Generationen später stand die einzigartige Kultur der Cajuns fast vor dem Aus. Eine Rückbesinnung auf ihre Kultur erfolgte in den 60er Jahren. Dies spiegelt sich wieder in der Musik und dem Tanz der Cajuns. Akkordeon und Fidel dominieren, die Gitarre schlägt den Rhythmus.

Swamp Airboat

Erkunden kann man die Bayous, dieses einzigartige Refugium für Flora und Fauna mit einem “Airboat”, einem Wassergefährt, angetrieben von einem überdimensionalem Propeller am Heck des Bootes. Für herkömmliche Bootsmotoren mit Schiffsschraube gäbe es in den flachen, mit Pflanzenteppichen übersäten Gewässern kein durchkommen. Der Star in dieser urtümlichen Wildnis ist natürlich der Alligator, angefüttert vom Bootsführer kommen diese urzeitlichen Reptilien näher als so manchen lieb ist. Tausende Reiher und Ibisse haben hier ihre Brutkolonien, Adlerhorste auf abgestorbenen, hochaufragenden Baumskeletten und Wasservögel, die auf den Blätterteppichen der Wasserpflanzen nisten sieht man in diesem Zwischenreich aus Land und Wasser. Langsam gleitet das Boot durch diese Zauberwelt, vorbei an Eiben, Weiden und Sumpfzypressen mit ihren Luftwurzelstümpfen, und überall schimmert silbrig im Gegenlicht das

Spanish Moss

Das im Süden weit verbreitete Gewächs “Tillandsia usneoides” nannten die Franzosen “Spanischer Bart”, die Spanier nannten es “Franzosen-Perücke”. Die Pflanze aus der Familie der Ananasgewächse gehört zu den Epiphyten, das bedeutet, sie lebt nicht von ihrem Gastgeber, sondern nur auf ihm. Da sie keine Bodenwurzeln hat, holt sie sich die Feuchtigkeit aus der Luft und fängt die mineralreichen Stoffe, die der Regen vom gastgebenden Baum abwäscht, auf.

Von mörderischer Schönheit

Wasserhyazinthe

ist die zartlila-farbene Wasserhyazinthe, die unter ihrer freischwimmenden, dichten Blätterdecke dem Gewässer sämtliche Nährstoffe entzieht und jegliches Leben erstickt. 1884 zur internationalen Baumwollausstellung von Südamerika nach New Orleans gebracht, breitete sich die Pflanze, unachtsam in einen Bach geworfen, in den Kanälen, Teichen und Flüssen der Stadt explosionsartig aus. Als das Unkraut begann das ganze Bayou-Gebiet zu überwuchern, rückte man ihr mit Pestiziden, Flammenwerfern und sogar mit Dynamit zu Leibe. Wegen des bemerkenswerten Fortpflanzungsvermögens des Gewächses blieben diese Unternehmungen ziemlich erfolglos, erst als in den siebziger Jahren ein winziges Insekt, der Wasserhyazinthen-Wiebel in die Schlacht geworfen wurde, konnte man ihr Wachstum einigermaßen eindämmen. Heute kostet der Kampf gegen die Blume jährlich ca. 25 Millionen Dollar.