Boston's Baseballmannschaft

Boston Red Sox

Obwohl die Red Sox nicht mal besonders erfolgreich sind, die 34 000 Plätze im “Fenway Park Stadion” sind fast immer ausgebucht

Buchtip

Boston

Nabel der Welt,

ja Zentrum des Universums wollte die älteste Stadt Amerikas einst mal werden. Na ja, ganz hat’s nicht gereicht, dennoch, ein Besuch in der “Hauptstadt” Neuenglands lohnt allemal.

Der Boston Common

Boston's Freedom Trail

im Herzen der Stadt, rund 50 Hektar groß, ist Amerikas ältester Park. Ursprünglich Viehweide, mal Armee-Camp, Schauplatz von öffentlichen Hinrichtungen, Duellen und gemeinsamen Feiern, ist der Park heute Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigungstour. In der Nähe des “Frog Pond” beginnt der “Boston Freedom Trail”, ein Pfad aus roten, in den Boden eingelassenen Backsteinen, der sich annähernd fünf Kilometer durch den Stadtkern schlängelt. Der Freedom Trail führt durch unterschiedliche Stadtviertel, von einer historisch bedeutsamen Stelle zur nächsten, hier nahm der amerikanische Unabhängigkeitskampf seinen Anfang.

Boston's Freedom Trail

Das Massachusetts State House

Massachusetts State House

nordöstlich des Common ist Sitz der Regierung von Massachusetts und zweite Anlaufstelle des Freedom Trail’s, mit seiner vergoldeten Kuppel unübersehbar. Das Gebäude, nach dem Entwurf von Charles Bulfinch, einem der berühmtesten Stadtplaner und Architekten seiner Zeit, ist eines der ältesten auf Beacon Hill und wurde 1798 fertiggestellt. Die Kuppel aus Holz wurde von Paul Revere mit Kupferblech überzogen, 1874 wurde sie zum ersten Mal mit 23-Karat-Blattgold bedeckt, während des Zweiten Weltkriegs aus Furcht vor Bombenangriffen schwarz angemalt, und 1997 nochmals vergoldet.

Park Street Church

Hier hielt William Lloyd Garrison am 4. Juli 1829, 19 Jahre nach Fertigstellung der Kirche, die erste, öffentliche Rede gegen die Sklaverei und läutete damit die Kampagne gegen die Rassendiskriminierung ein. Garrison, Herausgeber der in Boston erschienenen Zeitschrift “The Liberator”, die er 35 Jahre lang publizierte und in der er entschieden und leidenschaftlich für die Abschaffung der Sklaverei eintrat, wurde eine der führenden Persönlichkeiten im Kampf gegen die Sklaverei.
Gleich neben der Kirche liegt der

Granary Burying Ground

Granary Burying Ground

1660 ließ der Stadtrat an dieser Stelle, damals noch Teil des Common, einen Friedhof einrichten, vermutlich aus praktischen Erwägungen, bei den vielen Duellen und Hinrichtungen, die auf dem Common stattfanden. Seinen Namen bekam er deswegen, weil noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts ein Getreidespeicher an der Seite der Kirche stand. Begraben sind hier John Hancock, Samuel Adams und Robert Treat Paine, allesamt Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und Gründerväter der USA. Auch Paul Revere sowie die Opfer des Boston Massacre haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden, ebenso wie die Eltern von Benjamin Franklin.

King’s Chapel and Burying Ground

1686 kam Sir Edmund Andros als königlicher Gouverneur nach Boston, um die englische Staatskirche zu etablieren und suchte nach einem geeigneten Grundstück für den Bau einer Kirche. Die Puritaner hassten Andros, sie wollten weder einen Gouverneur noch die anglikanische Staatskirche, vor der waren sie ja geflohen. Als sie ihm kein Land für sein Bauvorhaben verkauften, beschlagnahmte Andros das Bethaus der Puritaner, annektierte ein Stück Land neben dem Friedhof und ließ dort 1688 ein Holzgebäude errichten, King’s Chapel. Im Laufe der Jahre verfiel der Holzbau und eine Kirche aus Granitsteinen wurde anstelle der Holzkapelle errichtet und 1754 eingeweiht. Der Kirchturm, der von dem Architekten der Kirche Peter Harrison geplant war, wurde aus Kostengründen allerdings nie gebaut und die Säulenreihe vor dem Gebäude ist aus Holz, bemalt erweckt sie jedoch den Anschein, sie wäre aus Stein. Nach der Unabhängigkeit wurde King’s Chapel die erste unitarische Kirche Amerikas. Auf King’s Burying Ground, dem ältesten Friedhof der Stadt, fand John Winthrop, Gründer von Boston und erster Gouverneur von Massachusetts seine letzte Ruhestätte.

Boston History

Old Corner Book Store

Nach dem verheerenden Feuer von 1711 errichtete Dr. Thomas Crease 1718 einen Ziegelbau, heute Ecke School Street und Washington Street, und eröffnete ein Apotheker-Geschäft. 1828 zog in das Gebäude ein Buchhandlungs- und Verlagshaus ein. Mitte des 19. Jahrhunderts traf sich hier alles, was in Neuengland literarisch Rang und Namen hatte: Longfellow, Harriet Beecher Stowe, Nathaniel Hawthorne, Ralph Waldo Emerson, John Greenleaf Whittier, Charles Dickens und Louisa May Alcott waren häufige Besucher des Gebäudes. Schräg gegenüber steht das

Old South Meeting House,

eine 1729 erbaute Kirche, eine Zeitlang höchstes Gebäude von Boston und Stätte von Bürgerversammlungen, hier startete einst die “Boston Tea Party”. Was 1773 als handfester Protest gegen die Teesteuer begann, endete 10 Jahre später mit der Anerkennung der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten.

Old State House

Old State House

Erbaut in den Jahren 1712 und 1713, heute eingeklemmt zwischen Hochhäusern, ist es das älteste erhaltene öffentliche Gebäude im georgianischem Stil in Amerika. Das Old State House war vor der Unabhängigkeit Sitz der britischen Regierung, 1776 wurde vom Balkon des Gebäudes von Samuel Adams die Unabhängigkeitserklärung verkündet. An der Ostseite des Gebäudes markiert ein Kreis aus Ziegelsteinen die Stelle, an der das Boston Massacre stattgefunden hat. Jahrelang aufgestauter Hass gegen die Engländer entlud sich hier, als einige Bostoner eine Gruppe britischer Soldaten anpöbelte, erst flogen Steine, dann fielen Schüsse und fünf Männer wurden getötet. Dieser Vorfall wurde dann von den Patrioten zum Massaker aufgebauscht.

Faneuil Hall

Faneuil Hall

Die Quincy Market Area mit der Faneuil Hall wurde in den 1980er Jahren revitalisiert und ist heute Fußgängerzone, Einkaufs- und Kommunikationszentrum in der Innenstadt. 1742 ließ der französisch stämmige Peter Faneuil einen zweistöckigen Ziegelbau errichten, ebenerdig eine Markthalle, im Obergeschoß eine Versammlungshalle. Hier fanden jahrelang die Zusammenkünfte der Bostoner statt, in denen sich unter Führung von Samuel Adams immer mehr Widerstand gegen die britische Politik formierte. “Cradle of Liberty”, Wiege der Freiheit wird die Faneuil Hall auch genannt. Während der Amtszeit von Josiah Quincy 1823 bis 1828, dem zweiten Bürgermeister Bostons, wurde das Projekt, das Land vor der Faneuil Hall aufzuschütten, um Platz für einen neuen Markt zu schaffen, realisiert. 1824 errichtete dann Alexander Parris den Quincy Market im Greek-Revival-Stil.

Paul Revere House

Paul Revere House

In diesem Haus lebte der amerikanische Volksheld und Silberschmied Paul Revere von 1770 bis 1800 samt Frau, Mutter und fünf bis neun seiner insgesamt 16 Kinder. Paul Revere war einer jener drei Männer, die in der Nacht vom 18. zum 19. April 1775 von Charlestown nach Lexington und Concord ritten, um die Patrioten zu warnen, dass britische Truppen von Boston aufgebrochen waren, um die Anführer der Unabhängigkeitsbewegung John Hancock und Samuel Adams, die sich in Lexington aufhielten, zu verhaften.

Das Haus wurde um 1680 errichtet, im 19. Jahrhundert lebten hier irische, italienische und jüdische Immigranten, unter anderem ein italienischer Zigarrenfabrikant und ein jüdischer Schneider. Die “Paul Revere Memorial Association” bewahrte das älteste Gebäude von Boston vor dem Abriss und richtete ein Museum ein.

USS Constitution

Die USS Constitution

ist heute ein Museumsschiff und liegt im Charlestown Navy Yard an der Mündung des Charles River. Vom Stapel lief die Fregatte 1798, ihren Beinamen “Old Ironside” erhielt sie, weil die Kanonenkugeln der britischen “HMS Guerriere” bei einem Gefecht am 2. August 1812 im Krieg zwischen den USA und Großbritannien einfach von ihr abprallten. Zu verdanken war dies einer Bauweise aus drei Schichten verschiedener Holzarten und der Verstärkung mit Kupferplatten von Paul Revere. Mit ihren 54 Geschützen zwang die USS Constitution die Fregatte der Royal Navy zur Kapitulation und versenkte sie anschließend. Das älteste Schlachtschiff der US-amerikanischen Marine gewann nicht weniger als 42 Gefechte.

Jeden 4. Juli, am amerikanischen Unabhängigkeitstag dreht das Schiff eine Runde im Hafen von Boston.